…so schwer.

•10 Juni, 2008 • Kommentar schreiben

Ich weiß, ich habe nicht geschrieben obwohl ich es einigen versprochen hatte. Und ich werde es auch jetzt nicht tun. In drei Tagen geht es auf zur Heimreise und ich bin einfach zu aufgeregt und habe noch zuviel mit der Uni zu klären, als dass ich mich in Ruhe hinsetzen und etwas vernünftiges aufs virtuelle Papier bringen könnte.

Trotzdem narrt es mich ein bisschen, dass offensichtlich niemand eine Idee hat, welcher Baum das im letzten Eintrag war. Deswegen gibt es hier noch ein Foto, das hoffentlich etwas mehr Aufschluss gibt.

me and my mango

Bis zum nächsten Mal! :D

Eure Sine.

War Affected Areas…

•28 Mai, 2008 • 1 Kommentar

Nachdem uns nun endlich wieder eine Portion Strom zugeteilt wurde kann ich mich jetzt endlich daran machen, euch zu erzählen, was ich vor einem Monat so erlebt habe. Ich muss euch leider gestehen, dass ich gar kein allzu schlechtes gewissen habe, euch so lange warten zu lassen. Faulheit ist eine Starke Macht :) .

So. Nun jetzt los. Hier zuerst mal wieder eine schöne Karte, damit ihr überhaupt wisst warum es geht und gleichzeitig auch zur Zusammenfassung meiner bescheidenen Reisen in meinen vier Monaten in Kampala.

Zuerst noch ein paar Nachträge zu Gulu. Die vielen „religiösen Bilder“ habe ich dort im „Comboni Missionary Animation Center“ aufgenommen, wo der Workshop zu den Rechten von Opfern vor dem Internationalen Strafgerichtshof stattfand. Ursprünglich hatte ich mein Bett dort in einem der „dormitories“ gebucht. Als ich diese jedoch besichtigte (und die Pumpe, an der man sich eine Schüssel voll Wasser füllen konnte, um damit in einem muffigen Bretterverschlag zu „duschen“) fühlte ich mich aufrichtig und spirituell dazu animiert mir ein Zimmer in der Stadt zu suchen, das mit einer luxuriösen kalten Dusche und Moskitonetzen ausgestattet war. Herr Comboni war ein ganz engagierter italienischer römisch-katholischer Priester, der seine Aufgabe anscheinend so sah:

Trotzdem ist er in Afrika gestorben- wie inkonsequent. Gleichzeitig kann ich mir nicht erklären, was er überhaupt in Afrika verloren hatte denn seine andere Losung hieß: „Save Africa trough Africans“ also Rette Afrika durch Afrikaner. Naja, mir wurde hier nach nur drei Monaten auch schon erzählt, ich sei ja nun schon Uganderin, da kann man schnell mal durcheinander kommen, das muss man dem dicken Herrn Comboni schon zugestehen.

Ich bin in Gulu selbst leider nicht viel zum Photographieren gekommen, weil ich ja arbeiten musste, was gepaart mit der frühen Dunkelheit ungünstige Bedingungen fürs Photographieren darstellt.

Aber trotzdem habe ich noch ein Motiv erwischt, das man in Gulu wirklich an allen Ecken und Enden sehen konnte: Richtig fette Truthähne!

Die Zelte vom World Food Program (Welt-Ernährungs Programm der Vereinten Nationen) sind in Gulu nicht stationiert, weil die Leute in Uganda generell wegen Dürren oder ähnlichem verhungern würden, sondern weil die meisten von ihrem ursprünglichen Land in die Camps für Binnenflüchtlinge vertrieben oder umgesiedelt wurden und dort (was man sich bei dem geringen Abstand zwischen den einzelnen Hütten denken kann) kein Farmland zur Verfügung steht um die Flüchtlinge ausreichend zu versorgen. OK. Ich merke gerade, dass es nicht sehr hilfreich ist, immer nur über die Flüchtlinge zu reden und nicht zu erklären, wo die denn eigentlich herkommen. Also werde ich mal einen Versuch(!) wagen, denn das ist alles nicht so einfach zu erklären.

In Nord-Uganda herrscht seit etwa 20 Jahren Krieg. In der letzten Zeit hat sich die Situation gebessert. Unter anderem dadurch, dass die Situation in Nord-Uganda zu einer Situation vor dem Internationalen Strafgerichtshof erklärt wurde, was bedeutet, dass in Nord-Uganda nun wegen des Begehens von Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord ermittelt wird und die vom Internationalen Strafgerichtshof mit Haftbefehl gesuchten Anführer der „Lord’s Resistance Army“ nicht mehr wie es Ihnen gefällt Unheil anrichten können. Der Hauptangeklagte und Anführer dieser „Armee“ ist Joseph Kony.

Da ich selbst keinen Mist erzählen möchte habe ich euch das Folgende von den Seiten der Bundeszentrale für Politische Bildung kopiert. Für die Kinder wird’s jetzt vielleicht ungeeignet und sicher zu anstrengend, aber trotzdem wollte ich nichts auslassen.

Geschichte des Konflikts und des Friedensprozesses

Nachdem Museveni 1986 die Macht übernommen hatte, formierten sich im Norden zwei oppositionelle bewaffnete Gruppierungen – die Uganda People’s Democratic Army (UPDA), welche aus der früheren Armee hervorging, sowie das von Alice Auma Lakwena, einer jungen, als Geistermedium wirkenden Frau geführte Holy Spirit Movement (HSM) bzw. Holy Spirit Mobile Forces (HSMF). Beide wurden von der lokalen Bevölkerung unterstützt. 1988 entstand aus den Resten der UPDA, die einem im selben Jahr unterzeichneten Friedensvertrag mit der Regierung nicht zugestimmt hatten, und der HSMF, die 1987 militärisch geschlagen worden war, die Gruppe um Joseph Kony. Als United Holy Salvation Army (UHSA) gegründet, hat sie sich 1992 in Lord’s Resistance Army (LRA) umbenannt.

1991 startete die ugandische Armee die erste Militäroffensive gegen die UHSA. 1993/94 scheiterten erste Verhandlungen zwischen der Regierung und der LRA, woraufhin sich die LRA in den südlichen Sudan zurückzog und von dort aus mit Unterstützung der sudanesischen Regierung operierte. 1995/96 gingen die ugandische Armee und die SPLA im südlichen Sudan gemeinsam gegen die LRA vor. Die Gewalt der LRA gegenüber der Zivilbevölkerung Nord-Ugandas eskalierte erneut, was die Regierung zum Anlass nahm, ab Ende 1996 den Großteil der ländlichen Bevölkerung unter erheblichem Druck in die als “protected villages” bezeichneten Lager für Binnenvertriebene umzusiedeln.

1998 begannen die USA, Uganda militärisch und logistisch zu unterstützen. 1999 normalisierten sich die Beziehungen zwischen Uganda und dem Sudan nach der Unterzeichnung eines Friedensabkommens. Doch die Unterstützung der LRA durch die sudanesische Regierung wurde fortgesetzt. Seit 2002 unterstützen die Regierungen von Uganda und Sudan den von den USA ausgerufenen “war on terrorism”. Die LRA wurde auf die Liste terroristischer Gruppierungen gesetzt. Im Zuge der anschließenden Offensive der ugandischen Armee gegen die LRA, die mit Erlaubnis der sudanesischen Regierung auf den Süd-Sudan ausgedehnt wurde, kehrten zahlreiche LRA-Kombattanten nach Nord-Uganda zurück. Die LRA reagierte mit zunehmender Gewalt gegen Zivilisten. Die Regierung Ugandas verklagte die LRA-Führung Ende 2003 beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und startete ab März 2004 eine weitere Offensive.

Im Januar 2005 unterzeichneten die sudanesische Regierung und die SPLA einen Friedensvertrag, woraufhin die Unterstützung der LRA durch die Regierung in Khartum zumindest offiziell eingestellt wurde. In der Folgezeit wurden viele LRA-Kämpfer festgenommen oder sind zur ugandischen Armee übergelaufen. Die LRA-Führung zeigte sich nun immer weniger verhandlungsbereit, bis sie Mitte 2005 den Kontakt zur ugandischen Regierung abbrach und sich nach Ost-Kongo zurückzog.

Anfang 2006 konnte der Präsident des Süd-Sudan die LRA-Führung dazu bewegen, im Süd-Sudan mit Vertretern der ugandischen Regierung zu verhandeln. Ende August trat ein Waffenstillstandsabkommen in Kraft. Der ugandische Präsident teilte mit, dass die Amnestie-Gesetzgebung auch auf die Führungsspitze der LRA Anwendung finden werde, wenn es zum Abschluss eines Friedensvertrages kommt. Der Internationale Strafgerichtshof besteht jedoch auf der Überstellung Konys und seiner engsten Gefolgsleute.

Nach der Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens im August 2006, dem im Juni 2007 ein weiteres Abkommen zu Gerechtigkeit und Versöhnung folgte, kam es in Nord-Uganda kaum noch zu Übergriffen der LRA, die sich in den Süd-Sudan und Ost-Kongo zurückgezogen hat. Gleichwohl stagnieren die Verhandlungen. Es gibt Gerüchte über eine Spaltung der LRA, nachdem LRA-Führer Joseph Kony die Exekutierung seines Stellvertreters angeordnet haben soll. Uganda und Kongo haben im September 2007 ein Abkommen zur Verbesserung ihrer Beziehungen und Beendigung von grenzüberschreitenden Rebellenaktivitäten unterzeichnet; sie drohen mit der militärischen Option, falls die LRA nicht bis Ende Januar 2008 ein Friedensabkommen unterzeichnet.

Seit Juli 2006 verhandeln beide Seiten unter Vermittlung nationaler und internationaler Akteure in Juba (Süd-Sudan). Die LRA-Führungsspitze, die sich im Ost-Kongo aufhält, nimmt nicht an den Verhandlungen teil. Sie fürchtet die Verhaftung, da sie Ende 2003 beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt wurde. Während der Internationale Strafgerichtshof und Vertreter der internationalen Gemeinschaft auf der Klage beharren, diskutiert man in Uganda darüber, welche Rechtssysteme angemessen sind, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und gleichzeitig zu Versöhnung und sozialer Reintegration beizutragen. Die Mehrheit plädiert für eine Kombination von nationalem Recht und traditionellen Verfahren.

Ursachen und Hintergründe

1986 begannen in Nord-Uganda die Kämpfe zwischen der Rebellenorganisation Lord’s Resistance Army (LRA) und der ugandischen Armee. Die LRA hat seither schätzungsweise 30.000 Kinder als Soldaten zwangsrekrutiert und sexuell versklavt und ist für die Tötung, Verstümmelung, Folter und Vergewaltigung von zehntausenden Zivilisten verantwortlich. Auch die ugandische Armee hat sich Verbrechen an der Zivilbevölkerung schuldig gemacht. In der Region ist die Infrastruktur weitgehend zerstört und 1,6 Millionen Flüchtlinge drängen sich unter menschenunwürdigen Bedingungen in Lagern.

Die Nord-Süd-Kluft hat ihren Ursprung in der kolonialen Arbeitsteilung. Die Briten rekrutierten die Bewohner des Nordens primär für das Militär und wenig anspruchsvolle Arbeiten. Dagegen fanden die Menschen aus Zentral-Uganda in spezialisierten Wirtschaftsbereichen und im Erziehungswesen Beschäftigung. Das Entwicklungsgefälle hat sich seit der gewaltsamen Machtübernahme durch den aus dem Südwesten Ugandas stammenden Präsidenten Museveni im Jahre 1986 weiter verfestigt.

Die Regierung hat bisher wenig unternommen, aus der multiethnischen Bevölkerung Ugandas, die sich primär über ethnische Bindungen identifiziert, eine Nation zu schaffen. Die Luo-sprachigen westnilotischen Acholi werden weiter als ein primitives, Gewalt liebendes Volk dargestellt, das sich im Vergleich zum Bantu-sprachigen Süden nur schwer integrieren lasse. Die primär aus dem Süden stammenden Eliten bezeichnen Uganda in erster Linie als eine “Nation der Bantu”.

Die LRA verbindet ihren Widerstand gegen die Regierung mit der Mission, die Acholi – die wichtigste ethnische Gruppe in ihrem Hauptoperationsgebiet – zu “reinigen” und zu “erneuern”. Dabei werden christlich-fundamentalistisches Gedankengut und tradierte Acholi-Überzeugungen miteinander verschmolzen. Ihre Ziele sind der Sturz der Regierung, die Erneuerung der Verfassung auf der Basis der Zehn Gebote, die nationale Integration sowie die Entwicklung und politische Teilhabe des Nordens. Die LRA, die bis vor kurzem ihre Hauptstützpunkte im südlichen Sudan hatte, wurde lange Zeit von der sudanesischen Regierung unterstützt. Dies war eine Reaktion auf die Förderung der Sudan People’s Liberation Army (SPLA) durch die ugandische Regierung. Im Gegenzug kämpfte die LRA an der Seite der sudanesischen Armee gegen die SPLA.

Hier noch eine beeindruckende Graphik zu den Zahlen der Flüchtlinge:

Und um euch aktuell auf dem Laufenden zu halten:

Wie ich erwartet hatte hat Joseph Kony den letzendlichen Friedensvertrag natürlich nicht unterschrieben, sondern ein paar seiner Untergebenen und seinen Chefunterhändler umbringen lassen und sich in die Demokratische Republik Kongo verzogen, wo er in den letzten drei Monaten ungefähr 500 Jugendliche entführt und zu Soldaten gemacht hat. Die LRA hat zur Zeit eine geschätzte Sträke von (nur)1200 Mann. Da mag man sich doch fragen, warum man kopfüber in einen nicht enden wollenden Irakkrieg rennen kann, aber nicht mal eben einen geisteskranken Mann stellen, der zur Hälfe von Kindern verteigt wird (ok, natürlich seh ich da nen Punkt). Trotzdem denke ich, dass das doch einiges über Prioritäten und Interessen von „Großmächten“ aussagt.

Sop. Ich hoffe das stellte einigermaßen gut dar, in welcher Situation sich die Menschen in Nord-Uganda befinden. Wobei Nord-Uganda eine starke Untertreibung ist, wie ich finde, denn die betroffenen Gebiete reichen bis hinunter nach Soroti (siehe Karte), also insgesamt mehr als die nördliche Hälfte Ugandas. Ich habe in Gulu selbst Menschen getroffen, die von diesem Krieg betroffen sind. Wie ich lernte ist das aber nichts besonderes, denn über 80% der Menschen, die im Norden leben sind von dem Konflikt traumatisiert. Das habe ich dann später erst besser verstanden, als ich gesehen habe wie viele der Flüchtlingslager es auf dem Weg von Gulu nach Adjumani (nahe der sudanesischen Grenze) gibt. Ich habe auf dem Workshop selbst mit einer Frau geredet, von der ich erst später erfahren habe, dass sie selbst mit 7!!! Jahren von zu Hause entführt wurde und dann in der Armee dienen musste, wo sie später mit einem alten General verheiratet wurde und ein Kind von ihm bekam. Sie konnte befreit werden, als sie 14 war. Auf dem Workshop selbst ging es ja auch darum, wie man mit Opfern des Krieges umgeht und viele der Teilnehmer arbeiteten in Organisationen, die direkt mit den Opfern reden, sie versuchen sie wieder in ihre Gemeinden einzugliedern und ihnen Zukunftsperspektiven zu geben, sie mit Bildung oder Arbeit zu besorgen und anderes. Diese Leute haben auch einige Geschichten erzählt, die sie von den Opfern gehört haben. Mir war bei vielen sehr mulmig zu mute, aber bei einer (die ich hier nicht erzählen werde) wurde mir so schlecht, dass ich mich übergeben musste und mich erstmal eine halbe Stunde außerhalb des Raumes wieder beruhigen. Es ist etwas anderes, über so etwas zu lesen (was ich vorher schon für eine Arbeit über Kindersoldaten gemacht hatte) oder es direkt von den Menschen, die mit den Opfern arbeiten oder den Opfern selbst zu hören.

Wenn man zu Hause in der klimatisierten Universitätsbibliothek sitzt, ist der Zwang sich das Ganze vorzustellen nicht wirklich hoch und man kann dem gut entkommen. Aber wenn draußen die Kindermassen vorbei laufen, an einer Schule vorbei aus der einige Jahre zuvor fast alle Kinder entführt und zu Soldaten gemacht wurden ist das doch etwas anderes. Gleichzeitig ist es faszinierend, wie nahe man der Situation sein kann, ohne sie zu bemerken. Natürlich liegen in Gulu ein paar mehr Soldaten herum und die Gegenwertigkeit von Entwicklungshilfe-Organisationen scheint auch etwas überproportional, aber insgesamt und insbesondere im Vergleich zu dem was in der Gegend vorgegangen ist sind die Leute eigentlich sehr normal und wenn man es nicht wüsste könnte man sehr gut darüber hinwegsehen. Nein, man müsste nicht mal darüber hinwegsehen. Aber das könnte auch an meiner unerfahrenen europäischen Perspektive liegen. Aber ich glaube selbst die Leute die in Kampala leben haben schon eine ganz andere Perspektive als die Leute vor Ort. Ich hatte mir vorgestellt, dass man in Deutschland ja „so weit weg“ ist, aber selbst in Kampala, also ein paar tausend Kilometer näher dran, ist man vom Gefühl her noch sehr weit vom Norden weg. Vielleicht fällt es der Regierung deshalb so einfach, den Norden (besonders den Nordwesten) oft zu vergessen…

Nun gut, um euch nach diesem traurigen Kapitel meiner Ugandischen erlenisse wieder ein wenig aufzuheitern, ein schönes Beispiel dafür, wie man auf kreative weise sicher stellt, dass die neu eröffnete Privatschule in Kampala auch ordentlich besucht wird: Man gebe ihr einen überzeugenden Namen. (Goethe-Gymnasium ist doch echt von gestern.)

und noch ein kleines Rätsel:

Was für ein Baum ist das? Ich freue mich auf eure Vorschläge!

Seid gedrückt und möge Gott (jedoch besser der Verstand und das Mitgefühl eurer Mitmenschen) euch behüten .

Eure Sine.

P.s. Danke für die vielen lieben Geburtstagsgrüße. Sie haben mir wirklich Kraft für die letzten Tage gegeben. Ihr seid großartig! Ich hab mir sogar ein schönes Geburtstagfeuerchen gebastelt:

Und noch eines (besonders für meine tolle Ulli) um das Text-Bild Verhältnis wieder etwas ins Lot zu bringen:

kleines Intermezzo

•22 Mai, 2008 • 1 Kommentar

Ich werde die nächsten Artikel übers Wochenende schreiben, sodass ihr euch schonmal darauf freuen könnt.

Die schenke ich euch dann zu meinem Geburtstag :) .

Bis dahin wieder eine Überbrückungsmaßnahme, die ich hier sehr oft beobachten kann und sehr faszinierend finde.

Der Druck der Massen…

•12 Mai, 2008 • 1 Kommentar

Um diesem nachzugeben werde ich nun noch ein paar mehr Bilder reinstellen. Aber ich habe wirklich keine Zeit, mir einen schönen Text dazu zusammen zu reimen, denn ich muss mir morgen um 12 eine 3stünde Klausur zusammenreimen.

außerdem beeindruckend in Gulu:

und wer gern wissen mag, wie in Afrika Fleisch verkauft wird, der schaue hier:

Ich hoffe das reicht erstmal, um die hungrigen Massen zu füttern. :)

Dicke Grüße! Eure Sine.

Woah

•4 Mai, 2008 • 1 Kommentar

Leutchens,

ich bin wieder da, obwohl ich in so einigen Nächten und Verkehrssituationen meiner Reise gar nicht mehr glauben wollte, dass ich überhaupt je wieder irgendwo ankommen werde. Na gut- so schlimm war es nicht, aber ich wurde schon auf einige Proben gestellt, die man in Deutschland erst ein bisschen suchen muss.

Ich habe nach meiner Rückkehr gleich wieder neue Hausarbeiten bekommen und bin deswegen sehr beschäftigt. Ich hoffe aber dass ich wirklich bald wieder Zeit finde, euch meine Erlebnisse reich bebildert zu schildern. Vor meiner Abfahrt hat es das Netzteil meines Laptops zerlegt, sodass ich den Bericht über meine Reise nach Gulu nicht schreiben konnte- auch das werde ich nachholen.

Bis dahin seid froh, dass ich wieder da bin :) und macht euch eine schöne nächste Woche!

Vorgeschmack:

Gastkommentar

•27 April, 2008 • Kommentar schreiben

Liebe Grüße an alle, die diese Seite hier regelmäßig lesen. Sine kann leider momentan nicht so auf das Internet zugreifen, wie sie es gerne hätte und da hat sie mich gebeten allen auszurichten, dass es ihr gut geht und dass sie jetzt schon wieder für ihr Praktikum unterwegs ist. Momentan geht es wieder in den Norden von Uganda, wo sie auch gut angekommen ist. Wenn sie mir mehr per SMS berichtet, dann werde ich das gerne weiter hier verkünden.

Pascal

Zurück

•21 April, 2008 • 1 Kommentar

Kurze Meldung: Ich bin wohlbehalten aus Gulu zurückgekehrt. Nur leider wurden in der letzten Woche in der Uni die Hausarbeiten ausgegeben, die wir bis morgen bearbeitet abgegeben haben müssen. Deswegen habe ich zur Zeit keine Zeit über meine Erlebnisse in Gulu zu schreiben.

So seid nun geduldig, lieben Brüder,

bis auf die Zukunft des Herrn…. ;)

(aus dem Deutschen Requiem von Brahms)

Ein erster Eindruck sei euch jedoch gegönnt:

Guluckgluck.

•13 April, 2008 • 1 Kommentar

Ich fahre Morgen früh um acht mit dem Bus nach Gulu.
Dort werde ich an einem Seminar der VPRS (Vistims Participation and Reparation Section- Abteilung für Opferpartizipation und- reparation) des Internationalen Strafgerichtshofes teilnehmen, das über Partizipationsmöglichkeiten von Opfern aufklärt. Ich bin schon sehr gespannt auf die Busfahrt! Natürlich werde ich euch davon berichten, wenn ich am Freitag wiederkomme. Um euch nicht zu beunruhigen schreibe ich jetzt auch nicht, dass die Bundesregierung von Fahrten in den Norden Ugandas abrät und dass man den Norden vor zwei Jahren sicherheitsbedingt auch wirklich noch nicht bereisen sollte. Aber mir wurde von allen Seiten versichert, dass es dort nun sicher ist und sehr interessant, weil man dort sehr viele Flüchtlingslager sieht und einen Eindruck davon bekommt, was ein Krieg bedeutet. Auch Tina war dort und sagte, es sei in Gulu sehr schön. Also: Keine Sorgen machen.

Letzen Freitag hat hier doch tatsächlich der nicht-existente Öffentliche Nahverkehr gestreikt! Um euch nochmal den Zustand der Matatus in Erinnerung zu rufen: Viele klappern unaufhörlich, der Kofferraum ist manchmal nur notdürftig zugebunden, damit er während der Fahrt nicht aufspringt, die Matatus sind oft überladen und man fragt sich häufig, ob der Fahrer nicht verdächtig jung sei…

Aus diesen und anderen Gründen hat die Polizei in letzter Zeit verstärkt Matatus kontrolliert und aus dem Verkehr gezogen. Was die Matatufahrer wohl ausgesprochen unangebracht fanden. Deswegen haben sie spontan einen eintägigen Streik ins Leben gerufen und ihre Fahrzeuge stehen gelassen. Dem nicht genug wollten sie natürlich nicht, dass es irgendeinen Alternativtransport gibt, weswegen die Matatufahrer sehr engagiert und laut johlend auf jeden Boda- und Taxifahrer mit Stöcken und Steinen losgegangen sind. Ich selbst fand mich in einer solchen Gruppe “Aktivisten” wieder, während ich zur Arbeit lief (was wirklich anstrengend war und die Alten Leute und jene mit viel Gepäck die gestrandet am Straßenrand standen konnten einem nur Leid tun.) Es war schon etwas beängstigend.

Bilanz: 1 Toter, 100 Verletzte und ein in brand gesteckter Bus, der nach Gulu fahren wollte (das ist Zufall).

Am nächsten Tag sah die Stadt aber schon wieder aus, als währe nie etwas passiert.

Dies nur kurz als Zwischenmeldung von hier unten. Ich muss jetzt noch meine Sachen packen und bin schon ziemlich aufgeregt. Am besten erreicht ihr mich in der nächsten Woche über das Telefon. Wahrscheinlich gibt es in Gulu auch Internet, aber ich weiß nicht, wie gut das ausgebaut ist und wieviel Zeit ich neben dem Seminar habe, mich mit Emails zu beschäftigen.

Ich drücke Euch.

Sine.

Und ich dachte Spirulina schmeckt abartig…

•9 April, 2008 • Kommentar schreiben

Óla! Wiedermal eine kurze Zwischenmeldung aus dem schwarzen Kontinent. Derjenige der diesen Begriff geprägt hat muss übrigens einen sehr sehr sehr starken Sonnenstich oder eine von diesen all-round-Burkas (an)gehabt haben- schwarz währe nun wirklich die letzte Farbe, die mir zu diesem Kontinent (wenn ich das mal so verallgemeinernd sagen darf [P.s. Nicht vergessen, Afrika ist KEIN Land, sondern ein Kontinent mit 53 Ländern (so viele sind jedenfalls in der Afrikanischen Union), die man natürlich alle in ihrer Einzigartigkeit differenziert betrachten muss! (genug geklammert)]. Schwarz währe also jedenfalls die letzte Farbe, die mir zu meinen Erfahrungen hier einfallen würde.

Heute schreibe ich mal wieder einfach so einen bunten Mischmasch drauflos.

Zunächst einmal lade ich für alle, die unter Zuhilfenahme verschiedenster globaler Satellitenüberwachungsprogramme verzweifelt versucht haben, meinen Standpunkt ausfindig zu machen zwei schöne Karten von Kampala hoch, die ich noch ein wenig persönlich verschönert habe, sodass sie auch ja nicht zu anspruchslos erscheinen.

Auf der ersten seht ihr fast ganz Kampala, auf der zweiten nur unseren Stadtteil. Von meinem Studentenwohnheim (Akamwesi Hostel) bis zu meiner Arbeit brauche ich mit dem Matatu übrigens ungefähr eine Stunde, weil auf der Strecke meistens Stau ist und einige abartige Schlaglöcher (jeweils zwischen zwei Verkehrberuhigungshügeln, die das Profil der Buschmühler Dorfstraße quer über die Straße imitieren) Klassentreffen feiern. Auf dem Rückweg hat mich heute glücklicherweise meine Chefin (die sehr nett ist, hier aus Uganda stammt und Rose heißt) mitgenommen. Und jetzt dürft ihr dreimal raten, woher ihr Freund kommt:

  1. Uganda

  2. Canada

  3. Schwerin

Tja. Klingt komisch, ist aber so. Das schönste daran ist aber eigentlich, wie Rose „Schwerin“ ausspricht, da geht einem das Herz auf. Ich fang’ gleich an zu heulen :) . Auch „Friedrich-Ebert-Stiftung“ und „Verpflichtungserklärung“ waren die schönste Musik in meinen Ohren (etwa so wie der Jugendchor des Goethe-Gymnasiums-Demmin von 1999).

Rose hat mir aber auch anderweitig weiter geholfen (jedenfalls möchte ich das gerne glauben). In den letzten Tagen war/bin ich ziemlich krank. Von einer richtig starken Erkältung und leichtem Fieber ist mir in den letzten Tagen aber nur noch ein menschenunwürdiger Husten und da bedrückende Gefühl, ständig zu wenig Luft zu kriegen erhalten geblieben. Nachdem Rose (wie auch meine liebe Mama am Telefon) mich immer wieder darauf hingewiesen hat, dass ich ordentlich inhalieren, viel trinken und mir Ruhe gönnen und mal zum Arzt gehen sollte (was ich immer noch nicht gemacht habe und wahrscheinlich auch nicht machen werde), hat sie mir heute dieses tolle ugandische Naturmittel empfohlen. Und da mir auch Noah das schon ans Herz gelegt hatte und Rose mir hilfsbereit den Namen aufschrieb, den ich mir sonst niemals hätte merken können UND weil das zeug nur gut 80cent kostet, hab ich es glatt mal gekauft.

Tadaaa:

Das Zeug heißt Muwummuza und ist, wie man auf der Rückseite lesen kann, sehr

hilfreich. Und zwar bei allen allgemeinen Erkältungen, unter anderem: Grippe, Husten, Sinus (Hääh?), Asthima (hihi), Katarrh (sicher auch in Katar), Keuchhusten und anderen allergischen Zuständen. Und dabei rein „homöopathisch“ mit Kräuterformel: Wabugia (keine Ahnung), Bulamu (auch nicht), Capuscum (nö, auch nicht), Campher (Aha!), Eukalyptusöl, Aloe-Vera-Saft, Wilde-Beeren-Saft, Honig, Brauner Zucker, destilliertes Wasser. Wollt ihr wissen, wie dieses rotbraune Gebräu, von dem ich nun 3 mal 2Teelöffel pro Tag in mich reinschütten muss um zu genesen und auf diesem Wege meinen Liebsten zu beruhigen, schmeckt? Schaut auf die Überschrift dieses Beitrages. Das Zeug riecht so, wie die Sachen, die man bei uns zum Inhalieren nutzt und welche mit der dicken Aufschrift „Nur zur äußerlichen Anwendung!“ versehen sind (also wie handelsüblicher Erkältungsbalsam oder japanisches Heilöl). Und schmecken tut das ganze so sauer, wie Sambal Oleg scharf ist, gemischt mit japanischem Heilöl. Hmmmmm. Also wenn das Zeug so gesund macht, wie es eklig schmeckt heiße ich ab heute Siegfried-Achill-Clark-Peter-Logan (so wollte ich schon immer heißen). Und wenn ich daran tatsächlich nicht sterbe, dürfen alle die ich besuche, wenn ich zurück bin zwangsweise davon probieren (Tja, ich kann mir die Fahrtkosten, die ich nun schon so viele Leuten in meinem Heimweh-emotionalisierten Zustand versprochen habe nun wirklich nicht leisten und warte auf Eure bedauernden Absagen).

Für den Fall, das mir dieser Hustensaft, für den mir keine hinreichend ekligen Namen mehr einfallen nicht hilft habe ich mir aber in letzter Zeit ein paar Freundinnen zugelegt, die mich dann hier beerdigen und euch benachrichten, wenn sie sich durch mein deutschsprachiges Handy wurschteln können. Vane kenne ich aus meiner Vorlesung über Orale Literaturen (von der ihr immer schlecht wird), wobei sie zusätzlich mit mir zusammen im Akamwesi Hostel wohnt. Sie studiert im Hauptfach Politik und ist meiner Meinung nach ganz umwerfend hübsch und cool. Außerdem kommt sie aus Kenia, was mir regelmäßig hilft mein Selbstbewusstsein aufzubauen, wenn sie mit ihren Eltern telefoniert und ich tatsächlich ein paar Bröckeleinchen von ihrem Swahili verstehe. Was mich allerdings absolut überzeugt hat ist, dass sie Rockmusik hört und nicht, wie sonst offenbar 99,9% meiner Mitbewohner Rhythm& Blues. Übrigens kann ich ohne Übertreibung behaupten, dass alle Uganderinnen (und auch die Kenianerinnen), die ich bisher singend angetroffen habe (was hier oft passiert, da hier viele Leute (Auch die Männer), wenn sie die Straße entlang laufen, irgendwo warten oder etwas ähnlich anspruchsloses machen einfach anfangen zu singen) einfach umwerfend schöne und dabei absolut natürlich klingende Stimmen haben. Ich wollte es nur lange nicht schreiben, weil es mir zu sehr nach einem Klischee klingt, aber irgendwo müssen Klischees ja auch herkommen. So. Jetzt muss ich mich kurzfassen, weil ich nur noch Geld für 20Minuten Internetcafé habe. Vane hat noch eine tolle Freundin, die Nelly heißt und schonmal sieben Jahre in Kanada gewohnt hat, aber ursprünglich aus uganda kommt und nun auch wieder hier studiert. Wir drei werden wahrscheinlich in nächster Zeit mal zum Klamottenkaufen losziehen. Für Freitag und Samstag musste ich schon versprechen, dass wir ordentlich durch die Clubs ziehen gehen. Afrikanische Mädels können so überzeugend sein…

Und wer bis hierhin durchgehalten hat, wird doch glatt noch mit Fotos vom Campus belohnt:

Das Hauptgebäude mit den Marabus, die hier von den meisten auch “Studenten” genannt werden, weil sie ständig auf dem Campus rumhängen:

Und hier die Guild Canteen,

in der ich sehr häufig Essen war, als ich noch öfter an der Uni war. Da gibt ein tolles Buffett, bei dem man sich für 1Eure den Teller bis über den Rand vollstapeln kann. Natürlich nur local food (also “traditionelles” Afrikanisches Essen), aber das schmeckt herrlich, wenn man sich mal daran gewöhnt hat. Nur die Fischköpfe würde ich nichteinmal probieren, wenn ich kein Vegetarier wäre!

Und noch einen Blick über Kampala vom Gebäude der Registratur, das aussieht und genauso wirkt wie “DAs Haus das Verrückte macht” bei Asterix und Obelix.

Tschüssi!

Das Hustenhuhn.

Halbzeit.

•5 April, 2008 • 2 Kommentare

Morgen ist Halbzeit für meinen Aufenthalt hier in Uganda. Die Zwischenbilanz sieht eigentlich ganz gut aus. Mittlerweile kann ich es mir gut vorstellen, hier mal 1 oder zwei Jahre zu leben, man gewöhnt sich an, das was hier hektisch erscheint nicht mehr allzusehr als hektisch wahrzunehmen und hier einen ganz normalen Alltag zu haben, wie zu Hause auch. Obwohl dieser insgesamt vielleicht etwas spannender ist als zu Hause, weil immer wieder schöne und unschöne Dinge passieren. Man wird auch viel ruhiger, was die ganzen Gefahren angeht, vor denen man gewarnt wird. Eigentlich habe ich hier nichts davon mitbekommen. Man muss sich eben ein bisschen anpassen, wie überall. Wenn ich in Deutschland meine Räder nicht anschließe werden sie auch geklaut, so wie hier eben ein Handy, wenn man die Tür nicht abschließt. Wenn ich in Deutschland anfange über den Verkehr zu fluchen wird er nur noch schlimmer, genauso wie hier auch. Grundsätzlich ist es also nicht so viel anders. Nur dass man hier viel mehr Sonnenunter- und aufgänge hat, weil die Sonne später aufgeht als bei uns und früher unter. Das heißt man verschläft die Aufgänge nicht so leicht. Deswegen konnte ich euch auch ein paar schöne Bilder davon machen, in der letzten Woche.

Sonnenaufgang mit Mond

Hier noch ein Bild auf dem ihr einmal seht, wie schief der Mond hier am Himmel rum hängt:

Und jetzt, bevor es eklig wird noch mein ganzer Stolz:

Das im Hintergrund ist übrigens das Hauptgebäude der Uni, das schon ziemlich hübsch anzusehen ist. Ich werde morgen mal ein paar Bilder von der Uni reinstellen- das wird jawohl langsam Zeit. Auf der Rückseite des Studentenausweises ist sogar mein digitalisierter Fingerabdruck aufgedruckt, was hier obligatorisch ist- mit dem Studentenausweis komme ich sogar in die USA :) .

Die nächsten Bilder zeigen meinen Weg zur Arbeit, meine Arbeitsstelle und den Ausblick von meinem Arbeitsplatz. Bitte jetzt neidisch werden!

Zum Abschluss etwas, damit ihr euch zu Hause wieder etwas wohler fühlt. Viel Spaß…

P.s. Könnt ihr mir bitte sagen, ob es für euch besser ist, wenn ich die Bilder wieder nur als kleine Vorschau in die Beiträge stelle? Brauchen eure PCs lange, um die Seite mit den mittelgroßen Bildern aufzubauen?